Gerechtigkeit

Gerechtigkeit ist ein abstrakter Begriff. Er hat nichts mit der realen, natürlichen Welt zu tun wie die Begriffe Tier, Frucht oder selbst Licht, welche wir (die meisten von uns) wahrnehmen oder messen können.

Gerechtigkeit existiert nur in den Köpfen von Menschen. Daher existiert sie nicht unabhängig von demjenigen, der gerade über Gerechtigkeit nachdenkt. Da Nachdenken eine subjektive Angelegenheit ist, “Gerechtigkeit” aber einen objektivistischen Anspruch hat, ist dieser Begriff ein Widerspruch in sich. Eine Selbst-Verwirrung derjenigen Menschen, die sich damit näher beschäftigen.

Unser Rechtswesen hat sich daher auch dafür entschieden, nicht aufgrund von G. und Rache zu urteilen, es versucht (sollte versuchen), den Schutz der Allgemeinheit vor Wiederholungstätern einerseits und Resozialisierung der Täter andererrseits zu gewährleisten – einfach weil der Gerechtigkeitsbegriff zu nichts anderem als Verwirrung führt.

Jahrhunderte lang haben sich Philosophen mit dem Begriff beschäftigt. Bei vielen ist nachzuslesen, dass sie rationale und moralische Aspekte in einer Gerechtigkeitstheorie unterbringen wollten, andere haben diese Unterfangen als prinzipiell nicht möglich erkannt und ihre eigenen Ansätze entgegengestellt.

Mir am sympathischsten ist Amartya Sen, ein indischer Ökonom, der den Gerechtigkeitsbegriff eng an “einen differenzierten Freiheitsbegriff”, Chancengleichheit, Transparenzgarantien und soziale Sicherheit bindet.

Euer Ted Arnhold

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