Glücksphilosophen und Gurus

Gurus & Co.: Schwarze Philosophie

Die Schwarze Philosophie wird in zahlreichen Varianten praktiziert und gelehrt. Ihr könnt sie ganz einfach an den Formulierungen erkennen:

Alle Menschen können [hier beliebige Begriffe einsetzen, z.B. Glück, Erfolg, Reichtum, Gesundheit] erlangen, sie brauchen nur [beliebige Tätigkeiten einsetzen] zu tun

Der Glücksphilosoph zeigt sich als am Ziel angelangt (erleuchtet) und im Besitz des allgemeingültigen Rezeptes und beansprucht deshalb für sich die Kompetenz zu lehren.

Ähnlichkeiten mit Religionslehren sind nicht zufällig. Die Vorgehensweise ist uralt.
Durch den behaupteten Wissensvorsprung kann der G. in Menschen die Idee einpflanzen, sie könnten mit einfachen Mitteln [s.o.] erlangen. Einfache Gemüter finden das faszinierend und wollen das Rezept bekommen.

Der Punkt, der dieses Vorgehen zur schwarzen Philosophie macht, ist nicht nur die Abhängigkeit, in die diese Menschen geraten, sondern vielmehr, dass eine Spaltung des Denkens stattfindet: Die Idee, es gäbe ein glückliches Leben, das ich erreichen kann, bedeutet, dass ich es aktuell nicht lebe und auch nicht leben kann, solange ich das Rezept nicht habe und mich daran halte. Diese Idee teilt auch die Menschen in solche, die im Besitz von „Geheimwissen“ sind und solche, die es nicht sind – Verlierer und Erfolgreiche, Arme und Reiche, Kranke und Gesunde, Normale und Erleuchtete.

„Teile und herrsche!“

Wir kennen den Slogan der alten Römer. Damit ist nicht nur gemeint, ein Volk in zwei oder mehrere (verfeindete) Teile zu spalten, um beide Teile zu schwächen, sondern auch in den Köpfen Teilungen hervorzurufen.

Unterstütze die Menschen in der Auffassung, dass sie unzureichend und bedürftig sind. Pflanze die Idee in ihre Köpfe, dass das Leben oder das Glück, Reichtum oder Gesundheit etwas anderes ist als das, was sie bereits erleben – etwas, das erstrebenswert ist und wofür man etwas Bestimmtes tun muss. Die Rezepte allerdings sind geheim und stehen nur Eingeweihten zur Verfügung. Lasse aber etwas durchsickern, so dass sich die Menschen von deinem höheren Wissen überzeugen können. Dann biete ihnen teure Mitgliedschaften an oder Kurse und Bücher, in denen wortreich die Spaltung vertieft wird und Sätze stehen, die mit „Du brauchst nur…“ beginnen. Wie der Satz weitergeht, ist eigentlich egal. Im besten Fall unschädlich, vielleicht kosten die (täglichen) Handlungen Zeit oder Geld, sind im schlimmsten Fall schädlich. In jedem Fall führt die fortgesetzte Beschäftigung mit der eigenen Unvollkommenheit zur Zementierung der Spaltung und damit zur Abhängigkeit vom Glücksphilosophen und Guru.

Was tun?
Ich bin kein Guru. Ich bin nicht erleuchtet und bin auch nicht im Besitz der Glücksformel. Ich glaube vielmehr fest daran, dass es eine solche Formel nicht gibt. Du kannst alles oben Behauptete selbst überprüfen und deine eigenen Entscheidungen treffen, auch wenn es manchmal schwierig ist,

meint Ted

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