Menschen und ihre Überzeugungen

Kontroverse Diskussionen gehören zum demokratischen und privaten Alltag.

Verschiedene Meinungen
Streit – Gerd Altmann – pixabay
Wie sie ausgetragen werden, ist weitgehend eine Charakterfrage.

Aber wie kommt es überhaupt dazu, dass Menschen zu grundlegend verschiedenen Überzeugungen über ein gemeinsames Thema gelangen?

Meinungen, Überzeugungen, ja ganze Weltbilder werden auf den Fundamenten der verfügbaren und als zutreffend akzeptierten Informationen gebaut.

Als Information gilt kurz gesagt vermitteltes Wissen.
Leider ist es mit dem Wissen so eine Sache: Laut Wikipediakönnen als Wissen deklarierte Sachverhaltsbeschreibungen wahr oder falsch, vollständig oder unvollständig sein.

So kann ich mich fragen: Welche Sachverhaltsbeschreibungen akzeptiere ich für mich als wahr und vollständig? Vielen Menschen genügt es, als wahr und vollständig zu akzeptieren, was täglich aus Zeitung und TV-Nachrichten einprasselt. Diese Informationen sind einigermaßen konsistent (in sich widerspruchsfrei). Widersprechende Tatsachenbehauptungen, reichlich im Internet vorhanden, lassen sich leicht mit unhinterfragten Etiketten belegen und ignorieren. Man könnte sich aber auch dafür entscheiden, sie sich unvoreingenommen näher anzusehen.

Ein Anfangsverdacht, eine schon vorhandene kritische Haltung den „Offiziellen“ gegenüber oder ein eher intuitives Unbehagen, dass die offizielle Version nicht ganz stimmig oder vollständig sei – oder einfach eine Neugier darauf, was andere beizutragen haben, genügen, um aktiv zu werden.

Im Verlauf der Beschäftigung mit den „alternativen“ Tatsachenbehauptungen kann man zum Ergebnis kommen, dass eine der beiden Versionen schlüssiger, plausibler, konsistenter, besser belegt und vollständiger ist als die andere. So kann man das Fundament für die eigene Überzeugung stärken, klarere Entscheidungen treffen und in Diskussionen fundierter argumentieren.